Tage wie dieser

Hossa liebe Freunde der seichten Unterhaltung!

Mittwoch, 03.02.2010, 08.32 Uhr: Ich stehe an der U-Bahn Station und warte. Eigentlich wie jeden Tag, nur dauert das Warten heute besonders lange. Nach etwa 8 Minuten kommt die erste Durchsage: “Wegen eines schadhaften Fahrgastes kommt es auf der Linie U6 zu unregelmässigen Intervallen” oder so ähnlich. Weitere 7 Minuten später kommt eine U-Bahn. Angefüllt wie ein rumänischer Schlepper-LKW, aber ich zwänge mich natürlich hinein. Wobei ich eigentlich hineingeschoben werde von den Menschen hinter mir. Könnte also garnicht anders. Etwas weiter links sitzt ein sehr gut genährter Mann, etwa 180kg schwer. Es ist relativ still in der Fahrgastkabine, als plötzlich ein “Fuuuuuuuuuuuurtz” diese Stille durchschneidet. Alle Menschen starren auf den etwas fülligeren Herren der mit einem Blick in die Runde und den Worten: “Gibts Verletzte?” echt Schlagfertigkeit beweist. Oder er ist geübt darin.

Eine etwa 120 Jahre alte Dame möchte wohl bei der nächste Station aussteigen und das einzige das zwischen ihr und der, natürlich noch verschlossenen, Türe steht bin ich. Also versucht sie einfach durch mich durch zu gehen oder so. Mit der Frage: “Schau ich aus wie der Copperfield das glauben ich kann mich in Luft auflösen?”werde ich wohl nicht ihr Alleinerbe.

Auch ich entscheide mich bei der nächsten Station den Zug zu verlassen (wie übrigens etwa 97% der Fahrgäste), weil der Geruch im Waggon sehr an tote Menschen errinnert. Der nächste Zug ist ebenfalls sehr voll und ich entscheide noch eine weitere Fuhre abzuwarten.

4 Minuten später sitze ich in einer fast leeren U-Bahn und entspanne bis zu dem Augenblick als ich durch ein “Sparschwein Kontrolle” aus meinem Tagtraum gerissen werden. Gut hab mich wohl verhört. Der Mann will meinen Fahrschwein und nicht ein, mit Kleingeld gefülltes, Plastiktier.

Eine 70 Euro Spende später verlasse ich die U-Bahn und weiß das dieser Tag nur besser werden kann.

03
Feb 2010
AUTOR Richard
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